General Johannes van den Bosch baute Veenhuizen im Auftrag des Staates als Unterkunft für Waisen, Arme und Landstreicher. Drei große Anstalten, eine eigene Infrastruktur aus Kanälen und Alleen, und eine Gemeinschaft, die vollständig autark sein sollte.
Später wurde die Verwaltung vom niederländischen Staat übernommen und Veenhuizen entwickelte sich zu einer Strafkolonie. Landstreicherei und Bettelei waren strafbar; wer verhaftet wurde, wurde nach Veenhuizen geschickt. Bis etwa 1980 war es ein geschlossenes Gebiet, das man nur betreten durfte, wenn man dort etwas zu erledigen hatte.
In den Häusern mit erbaulichen Sprüchen an der Fassade, „Ordnung und Zucht“, „Menschlichkeit“ oder „Lehre durch Beispiel“, wohnten die Beamten. Die Hierarchie war buchstäblich an den Fassaden abzulesen.
Auf dem Höhepunkt lebten etwa 5000 Menschen in Veenhuizen. Unter der Architektur von Metzelaar wurde der Krankenhauskomplex gebaut: ein Krankenhausgebäude, ein Quarantänekrankenhaus, ein Eiskeller, ein Küchengebäude, eine Apotheke und zwei Wohnhäuser.
Licht und frische Luft waren die Devise. Alle Krankensäle erhielten große Fenster an der Südseite. Diese Philosophie prägt noch immer die Atmosphäre in dem Komplex, der heute Hotel und Restaurant ist.
Die drei Häuser tragen noch immer ihre ursprünglichen Namen: Toewijding (Haus des Chefarztes), Plichtgevoel (die Apothekerwohnung) und Bitter en Zoet (die Apotheke, später Wohnung für Beamte).
Im Jahr 2021 erhielt Veenhuizen zusammen mit den anderen Kolonien der Wohltätigkeit den UNESCO-Weltkulturerbestatus. Eine internationale Anerkennung für ein soziales Experiment, das die Grundlage für den niederländischen Wohlfahrtsstaat legte.
Etwa 1 Million Niederländer haben in ihrer Familiengeschichte eine Verbindung zu den Anstalten der Maatschappij van Weldadigheid. Über das Drents Archief und www.allekolonisten.nl sind die Archive für jedermann zugänglich.
